“Die Anomalie” von Hervé Le Tellier

Der spek­ta­ku­lä­re Best­sel­ler aus Frank­reich: eine bril­lan­te Mischung aus Thril­ler, Komö­die und gro­ßer Lite­ra­tur. Im März 2021 fliegt eine Boe­ing 787 auf dem Weg von Paris nach New York durch einen elek­tro­ma­gne­ti­schen Wir­bel­sturm. Die Tur­bu­len­zen sind hef­tig, doch die Lan­dung glückt. Aller­dings: Im Juni lan­det die­sel­be Boe­ing mit den­sel­ben Pas­sa­gie­ren ein zwei­tes Mal. Im Flie­ger sit­zen der Archi­tekt André und sei­ne Gelieb­te Lucie, der Auf­trags­kil­ler Bla­ke, der nige­ria­ni­sche Afro-Pop-Sän­ger Slim­boy, der fran­zö­si­sche Schrift­stel­ler Vic­tor Mie­sel, eine ame­ri­ka­ni­sche Schau­spie­le­rin. Sie alle füh­ren auf unter­schied­li­che Wei­se ein Dop­pel­le­ben. Und nun gibt es sie tat­säch­lich dop­pelt — sie sind mit sich selbst kon­fron­tiert, in der Anoma­lie einer ver­rückt gewor­de­nen Welt.
Hoch­ko­misch und teuf­lisch intel­li­gent spielt der Roman mit unse­ren Gewiss­hei­ten und fragt nach den Gren­zen von Spra­che, Lite­ra­tur und Leben. Facet­ten­reich, welt­um­fas­send, ein lite­ra­ri­sches Ereignis.
Die Idee ist gut, die Umset­zung auch. Ein Flug­zeug wird in einem außer­ge­wöhn­li­chen Ereig­nis “dupli­ziert” und erscheint mit eini­ger Ver­zö­ge­rung eben­falls in der Welt. Wie geht die Welt, die Mensch­heit damit um? Was bedeu­tet es für die Pas­sa­gie­re, dop­pelt vor­han­den zu sein? Das wird unter­halt­sam ver­han­delt, und die ver­schie­de­nen Aspek­te des Gedan­ken­spiels wer­den span­nend ausgeführt. 

Oli­ver S., Sandhausen

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“Du musst meine Hand fester halten. Nr.104” von Susanne Abel

Es gibt kei­nen Weg, der nicht irgend­wann nach Hau­se führt
Am Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wird mit­ten in Deutsch­land ein klei­ner Jun­ge gefun­den, der nichts über sich selbst und sei­ne Her­kunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hart­mut und wächst in einem katho­li­schen Kin­der­heim auf, in dem viel Ord­nung und noch mehr Zucht herrscht. Dort lernt er die etwas älte­re Kriegs­wai­se Mar­gret ken­nen, die ihn schon im Heim zu beschüt­zen ver­sucht. Die bei­den wer­den zu einer unver­zicht­ba­ren Stüt­ze für­ein­an­der und beschlie­ßen, sich nie wie­der los­zu­las­sen. Doch wäh­rend sie mit aller Kraft ver­su­chen, gemein­sam das Gesche­he­ne zu ver­ges­sen und ein nor­ma­les Leben zu füh­ren, wer­den die Fol­gen ihrer Ver­gan­gen­heit auch für die nach­kom­men­den Gene­ra­tio­nen bestimmend ...
Ein bewe­gen­der Roman, der auf­zeigt wel­chen Schi­ka­nen und wel­cher Gewalt Wai­sen­kin­der in den Kin­der­hei­men der Nach­kriegs­zeit in kör­per­li­cher und see­li­scher Wei­se aus­ge­setzt waren. Die zwei Haupt­fi­gu­ren gaben ein­an­der Halt und sie haben ihr wei­te­res Leben gemein­sam gemeis­tert. Ein Fami­li­en­ro­man, der wie die ande­ren Bücher der Autorin, abso­lut lesens­wert ist.

E.L., Sand­hau­sen

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“Liebes Kind” von Romy Hausmann

Eine fens­ter­lo­se Hüt­te im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kin­der folgt stren­gen Regeln: Mahl­zei­ten, Toi­let­ten­gän­ge, Lern­zei­ten wer­den minu­ti­ös ein­ge­hal­ten. Der Vater ver­sorgt sei­ne Fami­lie mit Nah­rung, er beschützt sie vor den Gefah­ren der Welt da drau­ßen, er küm­mert sich dar­um, dass sei­ne Kin­der eine Mut­ter haben – kos­te es, was es wol­le. Doch eines Tages gelingt die­ser die Flucht. Und nun geht der Alb­traum rich­tig los. Denn vie­les scheint dar­auf hin­zu­deu­ten, dass sich der Vater mit aller Macht zurück­ho­len will, was ihm gehört. Wahn oder Wirklichkeit?

In ihrem emo­tio­nal scho­ckie­ren­den und zugleich tief berüh­ren­den Thril­ler ent­rollt Romy Haus­mann Stück für Stück das Pan­ora­ma eines Grau­ens, das jeg­li­che mensch­li­che Vor­stel­lungs­kraft übersteigt.

Die­ser Psy­cho­thril­ler taucht tief in die Abgrün­de der mensch­li­chen Psy­che ein, offen­bart ein “War­um” und vor allem ein “Wie”. Wie kann man so eine lan­ge Gefan­gen­schaft über­ste­hen? Wie wür­de man sel­ber han­deln? Könn­te man über­haupt han­deln? Das sind die Fra­gen, die man sich unwei­ger­lich stellt, stel­len muss. 

Ein Buch das mich bis zur letz­ten Sei­te gefes­selt hat.

Armin B., Sandhausen

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Auftaktveranstaltung Sommerleseclub

Arti­kel aus der RNZ vom 30.07.2026

 

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Ferienprogram: Reise zu den Planeten

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RNZ: Spende der Karlheinz und Margot Bender-Stiftung

Bei­trag aus der RNZ

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Spendenübergabe der Karlheinz und Margot Bender-Stiftung

Arti­kel aus den Gemein­de Nach­rich­ten vom 07.08.2026

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Spende der Karlheinz und Margot Bender-Stiftung

Arti­kel der Gemein­de Sand­hau­sen in den Gemein­de Nach­rich­ten vom 07.08.2026


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“Das Narrenschiff” von Christoph Hein

Ein Staat wird – wie alle Staa­ten – gegrün­det für alle Ewig­keit und ver­schwin­det nach vier­zig Jah­ren nahe­zu spur­los. Sind die Men­schen, die dort ein­mal leb­ten, dem Ver­ges­sen anheim­ge­fal­len und ihre Träu­me nur ein kur­zer Hauch im epo­cha­len Wind der Zeitläufte?
In sei­nem ful­mi­nan­ten Gesell­schafts­ro­man lässt Chris­toph Hein Frau­en und Män­ner auf­ein­an­der-tref­fen, denen bei der Grün­dung der DDR unter­schied­lichs­te Rol­len zuteil­wer­den, beglei­tet sie durch die dra­ma­ti­schen Ent­wick­lun­gen einer im Wer­den befind­li­chen Gesell­schaft, die das bes­se­re Deutsch­land zu reprä­sen­tie­ren ver­meint und doch von einem Schei­tern zum nächs­ten eilt.
Über­zeug­te Kom­mu­nis­ten, ehe­mals begeis­ter­te Nazis, in Intri­gen ver­strick­te Funk­tio­nä­re, ihre Bür­ger­lich­keit in den Real­so­zia­lis­mus hin­über­ret­ten­de Intel­lek­tu­el­le, Schuh­ver­käu­fer, Kell­ner, Fabrik­ar­bei­ter, Haus­meis­ter und selbst ein hoher Sta­si-Mann erken­nen auf die eine oder ande­re Art ihre Zuge­hö­rig­keit zu einer unfrei­wil­li­gen Mann­schaft an Bord eines Gemein­we­sens, das sie zuneh­mend als Nar­ren­schiff wahr­neh­men und des­sen Kurs auf immer bedroh­li­che­re his­to­ri­sche Klip­pen aus­ge­rich­tet ist.

Man sieht einen Staat ent­ste­hen, der vor allem ein neu­es gesell­schaft­li­ches Modell ver­fol­gen will, aber damit umge­hen muss, dass die Men­schen nicht alle neu sind. Das beschreibt Hein alles sehr schön an den weni­gen Haupt­per­so­nen, deren Weg er ver­folgt. Vor allem schön, dass er nie vor­ab mehr weiß als sei­ne Figu­ren. So kön­nen sie zwar Ent­schei­dun­gen anzwei­feln, aber sind immer in ihrem Hier und Jetzt kon­sis­tent. Vor allem beschreibt er die DDR nie aus Sicht der BRD. Zwar wird die BRD aus Sicht der DDR erwähnt, aber nicht anders­her­um. Sehr gut gemacht

Oli­ver S., Sandhausen

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Shared Reading in der Gemeindebibliothek

Pres­se­no­tiz der RNZ vom 16.07.2026 Shared Reading

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