“Du musst meine Hand fester halten. Nr.104” von Susanne Abel

Es gibt kei­nen Weg, der nicht irgend­wann nach Hau­se führt
Am Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wird mit­ten in Deutsch­land ein klei­ner Jun­ge gefun­den, der nichts über sich selbst und sei­ne Her­kunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hart­mut und wächst in einem katho­li­schen Kin­der­heim auf, in dem viel Ord­nung und noch mehr Zucht herrscht. Dort lernt er die etwas älte­re Kriegs­wai­se Mar­gret ken­nen, die ihn schon im Heim zu beschüt­zen ver­sucht. Die bei­den wer­den zu einer unver­zicht­ba­ren Stüt­ze für­ein­an­der und beschlie­ßen, sich nie wie­der los­zu­las­sen. Doch wäh­rend sie mit aller Kraft ver­su­chen, gemein­sam das Gesche­he­ne zu ver­ges­sen und ein nor­ma­les Leben zu füh­ren, wer­den die Fol­gen ihrer Ver­gan­gen­heit auch für die nach­kom­men­den Gene­ra­tio­nen bestimmend ...
Ein bewe­gen­der Roman, der auf­zeigt wel­chen Schi­ka­nen und wel­cher Gewalt Wai­sen­kin­der in den Kin­der­hei­men der Nach­kriegs­zeit in kör­per­li­cher und see­li­scher Wei­se aus­ge­setzt waren. Die zwei Haupt­fi­gu­ren gaben ein­an­der Halt und sie haben ihr wei­te­res Leben gemein­sam gemeis­tert. Ein Fami­li­en­ro­man, der wie die ande­ren Bücher der Autorin, abso­lut lesens­wert ist.

E.L., Sand­hau­sen

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“Das Licht in den Wellen” von Janne Mommsen

Auf Föhr kennt jeder die fast hun­dert­jäh­ri­ge Inge Mar­ten­sen. Ihr run­der Geburts­tag soll mit allen Ehren gefei­ert wer­den. Doch kurz vor dem Fest haut Inge ein­fach ab. Mit ihrer Uren­ke­lin Swant­je besteigt sie ein Schiff nach New York: Noch ein­mal will sie die Frei­heits­sta­tue sehen. So wie damals, als sie als jun­ge Frau ganz allei­ne aus­wan­der­te. Dabei schien das Leben vor­her­be­stimmt für die Föh­rer Bau­ern­toch­ter. Nie hät­te sie sich erträumt, dass sie ein­mal im vier­zigs­ten Stock eines Wol­ken­krat­zers tan­zen, Man­hat­tan mit «Inge’s spe­cial pota­to salad» erobern und John F. Ken­ne­dy bewir­ten würde.
Wäh­rend der Über­fahrt erzählt Inge ihrer Uren­ke­lin von einem schil­lern­den Leben zwi­schen den Kon­ti­nen­ten, zwi­schen Wel­ten, die unter­schied­li­cher nicht sein könn­ten. Und sie erzählt von dem, was ein geleb­tes Leben aus­macht: dem Mut, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, und davon, wie man mit dem Bedau­ern über das, was hät­te sein kön­nen, wei­ter­lebt. Sie hofft, Swant­je mit die­ser Rei­se zu hel­fen, ihren eige­nen Weg zu gehen. Und selbst end­lich Frie­den zu schlie­ßen mit dem, was sie immer für sich behielt. Denn kein Leben kommt ohne Geheim­nis­se aus ...
Wir beglei­ten in dem Buch das Leben einer wil­lens­star­ken Frau. Als 24-Jäh­ri­ge ver­lässt sie ihre Hei­mat die Insel Föhr, durch einen Schick­sals­schlag bedingt und wan­dert aus nach New York. Dort meis­tert sie ihr Leben, beglei­tet von treu­en Freun­den, die ihr auch in schwe­ren Stun­den bei­ste­hen. Ihr Leben pen­delt zwi­schen den zwei grund­ver­schie­de­nen Wel­ten Föhr und New York. Ein inter­es­san­ter und lesens­wer­ter Frauenroman.

E. L., Sandhausen

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Programm — Vorschau für 2026

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“Vielleicht hat das Leben Besseres vor” von Anna Gesthuysen

Eine jun­ge Pas­to­rin am Nie­der­rhein, eine Mut­ter, die uner­müd­lich für ihr Kind kämpft, und eine Dorf­ge­mein­schaft, die Schick­sal spielt.
In der klei­nen Gemein­de Alpen am Nie­der­rhein lau­fen die Vor­be­rei­tun­gen für das jähr­li­che Spar­gel­fest auf Hoch­tou­ren. Wäh­rend die Zel­te auf­ge­baut wer­den und der Chor rund um Otti­lie Oymann über »dis­kri­mi­nie­rungs­sen­si­ble Spra­che« in alten Lied­tex­ten strei­tet, hat die Pas­to­rin Anna von Bet­teray ganz ande­re Sor­gen. Raf­fae­la, ein Mäd­chen, das seit einem Unfall geis­tig behin­dert ist, liegt im Koma. Sie wur­de bewusst­los auf­ge­fun­den, nie­mand weiß, was pas­siert ist. Umso mehr bro­delt die Gerüch­te­kü­che. Wur­de das Mäd­chen Opfer einer Gewalt­tat? Ste­cken Dro­gen­dea­ler oder Spar­gel­ste­cher dahinter?
Die Poli­zei folgt den spär­li­chen Spu­ren, das Dorf ermit­telt eif­rig mit. Auch ihre eige­ne Fami­lie berei­tet Anna Kum­mer: Ihre Schwes­ter Maria kämpft mit ihrer Sucht und Ängs­ten, ihr Nef­fe Sascha sucht nach Halt, und ihre Mut­ter ver­sucht stän­dig, sie zu ver­kup­peln. Als unvor­her­ge­se­he­ne Ereig­nis­se die Fami­li­en zusam­men­brin­gen, zeigt sich: Hoff­nung kann blü­hen, wenn man es am wenigs­ten erwartet.

Anne Ges­t­huy­sen beschreibt ein Dorf­le­ben, wo jeder jeden kennt. Vie­le ernst­haf­te The­men wer­den ange­ris­sen, doch lei­der nicht ver­tieft behan­delt. Die Hilfs­be­reit­schaft im Dorf und das Zusam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl wer­den mit Fein­ge­fühl und Humor erzählt. Ein gut unter­hal­ten­der und leicht zu lesen­der Roman.

E.L., Sand­hau­sen

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“Meine Mutter hätte es Krieg genannt” von Vera Politkowskaja

Am 7. Okto­ber 2006 wird die Jour­na­lis­tin Anna Polit­kows­ka­ja vor ihrer Woh­nung in Mos­kau ermor­det. Es ist das tra­gi­sche Ende einer jahr­zehn­te­lan­gen Ver­fol­gung durch den rus­si­schen Staats­ap­pa­rat. Auf einen Schlag wird Anna Polit­kows­ka­ja zur welt­wei­ten Sym­bol­fi­gur für den Kampf um Gerech­tig­keit und Mei­nungs­frei­heit. Bis heu­te gilt sie als eine der wich­tigs­ten Kri­ti­ke­rin­nen von Putins Russ­land. In die­sem Buch erzählt ihre Toch­ter erst­mals die gan­ze Geschich­te ihrer Mut­ter: per­sön­lich, bewe­gend und erschre­ckend aktuell.
Als Anna Polit­kows­ka­ja starb, war ihre Toch­ter Vera 26 Jah­re alt. Mit die­sem Buch setzt sie dem Ver­mächt­nis ihrer Mut­ter ein Denk­mal. Ein­drück­lich erzählt sie von ihrer Mut­ter als einem Vor­bild, als einer Frau, die sich nicht ein­schüch­tern ließ. Vera Polit­kows­ka­ja legt die Mecha­nis­men des rus­si­schen Macht­ap­pa­ra­tes. Indem sie einen Blick zurück auf den letz­ten gro­ßen Rus­si­schen Krieg in Tsche­tsche­ni­en wirft, ergrün­det sie auch den Krieg unse­rer Tage.
Die­ses Buch ist ein Plä­doy­er für die Kraft der Wahr­heit. Ein bewe­gen­des Por­trät und ein kämp­fe­ri­sches Manifest.
Vera Polit­kows­ka­ja erzählt die Geschich­te ihrer Fami­lie und beson­ders das Leben ihrer Mut­ter. Sehr ein­drucks­voll wird beschrie­ben, wie das Sys­tem Putin die Frei­heit der Men­schen und ganz beson­ders die Frei­heit der Pres­se unter­drückt. Es lässt erah­nen, wel­che Feh­ler west­li­che Regie­run­gen im Umgang Putin und sei­nen Vasal­len gemacht haben. Leicht und span­nend zu lesen. 
Armin. B., Sandhausen

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“Im Schnee” von Tommie Goerz

Von der Schön­heit und der Här­te des ein­fa­chen Lebens, von der Gna­de der Freund­schaft und dem Moment des Verlusts
Der alte Max hat alle Zeit. Drau­ßen vor dem Fens­ter legt sich der Schnee wie eine Decke über das Dorf. Da dringt das Läu­ten des Toten­glöck­chens durch die Stil­le. Es schlägt für den Schorsch, der viel mehr war als nur ein Freund, ein Leben lang. So macht sich Max am Abend auf zur Toten­wacht, wo die Alten zusam­men­kom­men, um des Ver­stor­be­nen zu geden­ken und sich zu erinnern.
Eine gan­ze Nacht erzäh­len sie von den Freu­den bei der Ern­te, von Aben­den in der Wirts­stu­be, vom klei­nen Glück. Und vom Schorsch. Aber auch von der Enge im Dorf und dem eisi­gen Schwei­gen. Erst im Mor­gen­grau­en kehrt der Max heim. Im Licht des neu­en Tages ist ihm klar: Nichts davon wird wie­der­kom­men. Nur die Erin­ne­run­gen an die­ses Leben blei­ben, solan­ge er da ist...
Aus­thal – da steckt schon Aus, Ende, Schluss drin. Und dar­um geht es: Ein ster­ben­des Dorf im tat­säch­li­chen und über­tra­ge­nen Sinn. Max hat den Schorsch, sei­nen Nachbarn, bes­ten Freund, Kum­pel, wort­lo­sen Ver­ste­her und Gleich­ge­sinn­ten ver­lo­ren. Die lan­gen Stun­den der Toten­wa­che und ein paar Tage danach erlebt man ein­fühl­sam, sen­si­bel und prä­zi­se geschil­dert Erzäh­lung mit.
Goerz hin­ter­fragt und deu­tet an, kramt Erin­ne­run­gen her­vor, lässt das Dorf und sei­ne unge­schrie­be­nen Geset­ze und Regeln leben­dig wer­den. So ganz ist es dann also doch nicht aus! 

L.K., Sandhausen

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“Das Erbe” von Ellen Sandberg

Spät­som­mer 2018. Über Nacht ist Mona Lang reich. Ihre Groß­tan­te Kla­ra hat ihr ein gro­ßes Haus in Mün­chen-Schwa­bing ver­macht, denn sie war sich sicher: »Mona wird das Rich­ti­ge tun.« Was damit gemeint ist, ver­steht Mona nicht. Doch kaum hat sie Kla­ras Erbe ange­tre­ten, kommt sie einer Intri­ge auf die Spur, die sich um die Ver­gan­gen­heit des Hau­ses rankt – und um ihre Familie.

Mün­chen 1938. Die jun­ge Kla­ra belauscht an der Salon­tür ein Gespräch zwi­schen ihrem Vater und ihrem Ver­mie­ter, dem jüdi­schen Unter­neh­mer Jakob Roth. Es geht um die bevor­ste­hen­de Aus­wan­de­rung der Roths – und ein gehei­mes Abkommen …

Bücher von Ellen Sand­berg sind unter­halt­sa­me und span­nen­de Bücher. Immer gibt es einen his­to­ri­schen oder poli­ti­schen Hin­ter­grund für die Geschichten.

Armin B., Sandhausen

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“Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde” von Ole Nymoen

Ein star­kes Plä­doy­er gegen den Kriegs­ein­satz – fern von nai­ver Frie­dens­be­wegt­heit und welt­frem­dem Pazifismus.
Die Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit wird zur «Kriegs­tüch­tig­keit» umer­klärt, die Bun­des­wehr mit 100 Mil­li­ar­den Euro auf­ge­rüs­tet, die Wie­der­ein­füh­rung der Wehr­pflicht dis­ku­tiert: Die Zei­chen ste­hen auf Mobil­ma­chung, auch men­tal. Die Nati­on wird dabei zur gro­ßen Soli­dar­ge­mein­schaft ver­klärt, der ein jeder glück­lich zu die­nen hat. Und das nach Jahr­zehn­ten der Ent­so­li­da­ri­sie­rung, in denen die Ver­ar­mung brei­ter Bevöl­ke­rungs­schich­ten von neo­li­be­ra­len Poli­ti­kern für alter­na­tiv­los erklärt wurde.
Ole Nymoen erhebt Ein­spruch: Die Behaup­tung, das Sicher­heits­in­ter­es­se eines Staa­tes fal­le not­wen­dig mit dem sei­ner Unter­ta­nen zusam­men, erscheint gera­de­zu absurd. Immer­hin sind es jun­ge Män­ner wie er, die im Kriegs­fall gezwun­gen sind, im Land zu blei­ben und ihr Leben zu ris­kie­ren, ob sie wol­len oder nicht. Ganz zu schwei­gen davon, dass der «Dienst an der Waf­fe» auch beinhal­tet, mit die­ser Waf­fe ande­re zu töten. Und wer bestimmt eigent­lich über den «Waf­fen­gang»? Ist es wirk­lich das Volk?
Eine span­nen­de Beschäf­ti­gung mit einem The­ma, das über Jah­re hin­weg für uns an Bedeu­tung ver­lo­ren hat­te. Anstatt kla­re Ant­wor­ten zu lie­fern, for­dert das Buch dazu auf, sich inten­siv mit dem The­ma aus­ein­an­der­zu­set­zen und die eige­ne Posi­ti­on zu den gegen­wär­ti­gen krie­ge­ri­schen Kon­flik­ten zu reflektieren.
Armin B., Sandhausen

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Lesespaß in den Sommerferien

Vor knapp drei Wochen begann die Akti­on „Heiß auf Lesen“ in der Biblio­thek. Das Bücher­re­gal wur­de, nach einer kur­zen Anspra­che und Erklä­rung des geän­der­ten Kon­zepts, von der Lei­te­rin Ute Mach­au­er enthüllt.
Als Gäs­te konn­ten Bür­ger­meis­ter H. Günes, die Ver­tre­ter der Spar­kas­se und der H+G‑Bank, die Sand­häu­ser Schul­lei­ter, Fr. Kum­mer von Papier-Schnei­der sowie eini­ge Ver­tre­ter des Freun­des­krei­ses begrüßt werden.
177 neue Bücher sind für den Lese­som­mer bereit­ge­stellt wor­den. Dies war nur mög­lich dank der Spen­den der Ban­ken, des Freun­des­krei­ses und Papier-Schneider.
Auch aus dem „Alt-Bestand“ dür­fen Bücher ent­lie­hen wer­den, sodass für die­se Lese­ak­ti­on ca. 350 Bücher bereit­ste­hen. In der Sum­me gibt es eine sehr gute Aus­wahl aus allen Spar­ten, sodass wohl alle Inter­es­sen abge­deckt sind.
Wir wün­schen allen Teil­neh­mern des Lese­som­mers auf­re­gen­de und schö­ne Sommerferien.
BiKö

 

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“Das Lied des Propheten” von Paul Lynch

An einem dunk­len, regen­nas­sen Abend in Dub­lin öff­net die Wis­sen­schaft­le­rin und vier­fa­che Mut­ter Eilish Stack ihre Haus­tür und steht zwei Beam­ten der neu gegrün­de­ten iri­schen Geheim­po­li­zei gegen­über. Sie sind gekom­men, um ihren Mann Lar­ry, einen bekann­ten Gewerk­schaf­ter, zu ver­hö­ren. Kurz nach die­ser Begeg­nung mit der Poli­zei ver­schwin­det Lar­ry, und sehr schnell begin­nen die Din­ge in Eilishs Welt aus dem Ruder zu laufen.
Irland befin­det sich in der Gewalt einer Regie­rung, die auf dem Weg in die Tyran­nei ist. Eilish fin­det sich in der alp­traum­haf­ten Logik einer kol­la­bie­ren­den Gesell­schaft wie­der, ange­grif­fen von unsicht­ba­ren Kräf­ten, die sich ihrer Kon­trol­le ent­zie­hen. Sie ist gezwun­gen, alles zu tun, um ihre Fami­lie zu schüt­zen und alle zusam­men­zu­hal­ten. Wie soll sie ihren Kin­dern erklä­ren, was pas­siert ist, wenn sie nach dem Vater fra­gen? Wie wird ihr eige­ner zuneh­mend demen­ter Vater auf die gra­vie­ren­den Ver­än­de­run­gen sei­nes All­tags reagie­ren? Und wie weit wird Eilish selbst gehen, um sich und ihre Fami­lie zu retten.

Bedrü­ckend. In einem Irland in der nahen Zukunft. Eine auto­ri­tä­re Macht über­nimmt und beginnt mit dem Umbau der Demo­kra­tie. Zuerst wer­den Gewerk­schafts­ak­ti­vi­tä­ten erschwert und an dem Bei­spiel dann die Besei­ti­gung des Rechts durch­de­kli­niert. Der Leser beglei­tet Eilish durch die­sen Zer­fall des Rechts­staats und wie sie wei­ter ver­sucht, sich dar­in zurecht­zu­fin­den, wie ihre Fami­lie in der Zer­stö­rung zer­fällt und ver­schwin­det und wie sie letzt­lich ver­zwei­felt zu flie­hen ver­sucht. Ohne Abstand, häu­fig in einem an Joy­ce erin­nern­den Gedan­ken­strom lei­den wir mit. Das könn­te über­all sein und war schon an vie­len Orten so

Oli­ver S., Sandhausen

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