Zwei neue E‑Book-Reader für die Bibliothek

Recht­zei­tig vor den Som­mer­fe­ri­en konn­ten die “Freun­de der Gemein­de­bi­blio­thek Sand­hau­sen e. V.” zwei wei­te­re E‑Book-Rea­der der Biblio­thek über­ge­ben. Mög­lich wur­de die Anschaf­fung durch die groß­zü­gi­ge Spen­de der Volks­bank Kur­pfalz, der wir herz­lich dan­ken.

Mit der Neu­an­schaf­fung wur­de der Bestand an E‑Book-Rea­dern auf 6 Stück erwei­tert. Mit der Anschaf­fung ver­fol­gen wir zwei Zie­le.

  1. Biblio­theks­nut­zer kön­nen mit der Aus­lei­he eines Rea­ders tes­ten, ob eine pri­va­te Anschaf­fung für sie infra­ge kommt. Das ist auch der Grund, war­um wir vie­le ver­schie­de­ne Model­le ange­schafft haben. Nicht jeder kommt mit jedem Modell gleich gut zurecht. Mit unse­rem Ange­bot haben sie die Mög­lich­keit das für sie bes­te Modell zu fin­den.
  2. Wer im Urlaub nicht auf Lek­tü­re ver­zich­ten will, aber nur begrenz­te Mit­nah­me­mög­lich­kei­ten hat, z. B. bei Flug- oder Zug­rei­sen, hat so die Mög­lich­keit mit nur einem Medi­um Lek­tü­re für einen gan­zen Urlaub mit zu neh­men.

Das Inter­es­se an den Rea­dern ist unge­bro­chen groß. Stän­dig wer­den Gerä­te aus­ge­lie­hen, was belegt wie sinn­voll die Anschaf­fung war.

Wir wün­schen Ihnen einen ent­spann­ten Lese­som­mer.

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“Piccola Sicilia” von Daniel Speck

Was, wenn dei­ne Fami­lie in Wahr­heit eine ande­re ist?

Ein son­ni­ger Herbst­tag auf Sizi­li­en. Schatz­tau­cher zie­hen ein altes Flug­zeug aus dem Meer. Die deut­sche Archäo­lo­gin Nina fin­det auf der Pas­sa­gier­lis­te ihren Groß­va­ter Moritz, der seit dem Zwei­ten Welt­krieg als ver­schol­len galt – das gro­ße Geheim­nis ihrer Fami­lie. Sei­ne Abwe­sen­heit hat eine Wun­de hin­ter­las­sen, die über drei Genera­tio­nen reicht. Über­ra­schend begeg­net Nina auf Sizi­li­en einer frem­den Frau, die behaup­tet, Moritz’ Toch­ter zu sein. Hat­te er eine zwei­te Fami­lie?

Tunis, 1942. Das bun­te ita­lie­ni­sche Ein­wan­de­rer­vier­tel „Pic­co­la Sici­lia“. Drei Reli­gio­nen leben in guter Nach­bar­schaft zusam­men, bis der Krieg das Land erreicht. Im Grand Hotel Majes­tic begeg­net der deut­sche Sol­dat Moritz der fas­zi­nie­ren­den Jüdin Yas­mi­na und dem Pia­nis­ten Vic­tor. Als die Nazis Vic­tor gefan­gen neh­men, ris­kiert Moritz alles, um ihm zur Flucht zu ver­hel­fen. Doch nicht nur Vic­tor, son­dern auch Moritz hat Gefüh­le für Yas­mi­na. Er ver­strickt sich in eine Lei­den­schaft, die sein Schick­sal für immer ver­än­dern wird.

Drei Frau­en aus drei Kul­tu­ren und eine Lie­be, die alle Gren­zen über­win­det. Inspi­riert von einer wah­ren Geschich­te.

Eine packen­de Fami­li­en­ge­schich­te, die durch abwech­selnd erzähl­te Gegen­wart und Rück­blen­den ihren Span­nungs­bo­gen hal­ten kann. Der Autor erzählt bild­reich und fein­füh­lend, wie aus­kömm­lich Men­schen unter­schied­li­cher Her­kunft, Natio­na­li­tät und Reli­gi­on zusam­men­le­ben kön­nen — wenn nicht poli­ti­sche Umstän­de ihre zer­störerische Wir­kung ent­fal­ten. Ein Buch, das noch lan­ge nach­klingt.

B. K., Sand­hau­sen

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“Olga” von Bernhard Schlink

Die Geschich­te der Lie­be zwi­schen einer Frau, die gegen die Vor­ur­tei­le ihrer Zeit kämpft, und einem Mann, der sich mit afri­ka­ni­schen und ark­ti­schen Eska­pa­den an die Träu­me sei­ner Zeit von Grö­ße und Macht ver­liert. Erst im Schei­tern wird er mit der Rea­li­tät kon­fron­tiert – wie vie­le sei­nes Volks und sei­ner Zeit. Die Frau bleibt ihm ihr Leben lang ver­bun­den, in Gedan­ken, Brie­fen und einem gro­ßen Auf­be­geh­ren.

Ein Dorf in Pom­mern am Ende des 19. Jahr­hun­derts. Olga ist Wai­se, Her­bert der Sohn des Guts­herrn. Sie ver­lie­ben sich und blei­ben gegen den Wider­stand sei­ner Eltern ein Paar, das immer wie­der zuein­an­der fin­det, auch als Olga Leh­re­rin wird und er zu Aben­teu­ern nach Afri­ka, Ame­ri­ka und Russ­land reist. Vom Kampf gegen die Here­ro zurück­ge­kehrt, vol­ler Träu­me von kolo­nia­ler Macht und Grö­ße, will er für Deutsch­land die Ark­tis erobern. Sei­ne Expe­di­ti­on schei­tert, und die Bemü­hun­gen zu sei­ner Ret­tung enden, als der Ers­te Welt­krieg aus­bricht. Olga sieht ihn nicht wie­der und bleibt ihm doch auf ihre eige­ne Wei­se ver­bun­den.

Erzählt wird die Geschich­te einer star­ken, klu­gen Frau, die mit­er­le­ben muss, wie nicht nur ihr Gelieb­ter, son­dern ein gan­zes Volk den Bezug zur Rea­li­tät ver­liert. Es wird die Fra­ge ihres Lebens: War­um den­ken die Deut­schen zu groß? Wie­der und wie­der?

Olga ist auf­recht, mutig, aber auch duld­sam und ihr gan­zes lan­ges Leben auf sich allein gestellt. Durch den schrift­stel­le­ri­schen Kniff der Drei­tei­lung ler­nen wir Olga aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven ken­nen. Im drit­ten Teil, ihren Brie­fen, wird das Bild von Olga wen­dungs­reich ver­voll­stän­digt. Schlink ist Jurist. Sei­ne Spra­che ist prä­zi­se, sein Erzähl­stil kon­zen­triert. Die Wucht der Geschich­te liegt in ein­zel­nen Sät­zen.

 B.K., Sand­hau­sen

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“Ein treuer Freund” von Jostein Gaarder

Jakop Jacob­sen ist stets ein Ein­zel­gän­ger gewe­sen, seit sei­ner Jugend in einem abge­le­ge­nen Tal in Nor­we­gen. Sein bes­ter Freund Pel­le ist eine Hand­pup­pe, mit der er lan­ge Gesprä­che führt und die deut­lich schlag­fer­ti­ger ist als er selbst. Und er hat ein merk­wür­di­ges Hob­by: Jakop geht gern auf frem­de Beer­di­gun­gen. Er gibt sich dort als Freund des Toten aus, bei den Fami­li­en der Toten fühlt er sich wohl. Dumm nur, wenn jemand sein fal­sches Spiel durch­schaut ... So wie Agnes. Jakop ver­liebt sich in sie und hofft, dass sie ihn trotz sei­ner Eigen­art und des vor­lau­ten Pel­le erhört.

„Ein treu­er Freund“ ist ein phi­lo­so­phi­scher Schel­men­ro­man, eine herr­lich schrä­ge Lie­bes­ge­schich­te und eines von Jostein Gaar­ders schöns­ten Büchern.

Jakop ist schüch­tern, ein­sam und wünscht sich so sehr eine gro­ße Fami­lie, die er nie hat­te. Sein ein­zi­ger Freund ist Pel­le. Um ein biss­chen am Fami­li­en­gefühl ande­rer teil­zu­ha­ben, besucht Jakop Beer­di­gun­gen. Oft­mals kennt er die Ver­stor­be­nen gar nicht, was er bei dem anschlie­ßen­den Lei­chen­schmaus wit­zig, unver­fro­ren und auch wort­ge­wal­tig über­spielt. Irgend­wann fliegt eine erfun­de­ne Bekannt­schaft auf und an ande­rer Stel­le erfährt der Leser, wer Freund Pel­le ist. Eine Geschich­te über die Kraft der Ima­gi­na­ti­on. Ein lang­sa­mes Buch — trau­rig, ori­gi­nell und doch hoff­nungs­voll.

 B.K., Sand­hau­sen

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“Das Geräusch einer Schnecke beim Essen” von Elisabeth Tova Baily

Wie sich ein einem klei­nen Detail der Natur die Viel­falt des gesam­ten Lebens fin­den lässt.

Durch eine Krank­heit ist die Jour­na­lis­tin Eli­sa­beth Bai­ley ans Bett gefes­selt. Als sie von einer Freun­din eine Topf­pflan­ze geschenkt bekommt, unter deren Blät­tern eine Schne­cke sitzt, beginnt sie die­se zu beob­ach­ten. Nachts wird ihr neu­es Haus­tier aktiv, fährt sei­ne Füh­ler aus, geht auf die Jagd und voll­führt selt­sa­me Ritua­le. Fas­zi­niert beschäf­tigt sich Bai­ley mit Bio­lo­gie und Kul­tur­ge­schich­te der Schne­cke und erfährt Ver­blüf­fen­des über ein unter­schätz­tes Lebe­we­sen.

Ein ganz unge­wöhn­li­ches Buch. Viel­leicht, weil die Autorin selbst vie­le Jah­re durch Krank­heit ans Bett gefes­selt ver­brach­te. Beson­ders jedoch, weil die Rei­se in die Welt der klei­nen, meist unbe­ach­te­ten Din­ge des Lebens so loh­nend sein kann. Fokus­siert, inten­siv, poe­tisch, zärt­lich aber auch wis­sen­schaft­lich und detail­reich. Bestimmt wird der Leser nach der Lek­tü­re die­ses Büch­leins die Schne­cke mit ande­ren Augen sehen.

 B.K., Sand­hau­sen

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“Abendrot” von Kent Haruf

Holt, eine Klein­stadt im Her­zen Colo­ra­dos. Zwei alte Vieh­züch­ter müs­sen den Weg­zug ihrer Zieh­toch­ter ver­kraf­ten. Ein Ehe­paar kämpft in sei­nem Trai­ler um ein Stück­chen Wür­de. Ein elf­jäh­ri­ger Jun­ge küm­mert sich rüh­rend um sei­nen kran­ken Groß­va­ter. So hart das Schick­sal auch zuschlägt – die Men­schen in Holt sind ent­schlos­sen, dem Leben einen Sinn abzu­trot­zen. Und begeg­nen ein­an­der dabei neu.

Das Leben ist rauh in Holt, Colo­ra­do. Es gehorcht den Rhyth­men der Natur und den unge­schrie­be­nen Geset­zen einer Klein­stadt. Hier kann man sich nicht aus dem Weg gehen, hier gibt es aber auch eine Gemein­schaft, die einen nicht im Stich lässt, wenn man ein­sam oder ver­zwei­felt ist. Und jeder­zeit ist die Begeg­nung mög­lich, die alles ver­än­dert. Bet­ty und Luther ver­su­chen am Exis­tenz­mi­ni­mum, ihre Fami­lie zusam­men­zu­hal­ten. DJ und Dena, elf Jah­re alt, schaf­fen sich in einem ver­las­se­nen Haus ein Ersatz­zu­hau­se. Und die groß­ar­ti­gen McPhe­ron-Brü­der samt ihrer Zieh­toch­ter Vic­to­ria tre­ten wie­der auf. Kent Harufs Erzähl­kunst und sei­ne Empa­thie für sei­ne Figu­ren machen die Lek­tü­re zu einem mit­rei­ßen­den und beglü­cken­den Erleb­nis.

Wem das Buch „Das Lied der Wei­te“ gut gefal­len hat, wird gern auch „Abend­son­ne“ lesen. Die McPhe­rons sind wie­der mit dabei, ande­re Per­so­nen kom­men dazu. Ins­ge­samt sind die Schick­sals­schlä­ge und die Lebens­um­stän­de här­ter, mit denen die beschrie­be­nen Per­so­nen zurecht­kom­men müs­sen, doch hat die Geschich­te auch viel Tröst­li­ches. Haruf begeis­tert und rührt an in leich­ter, exak­ter Spra­che. Meis­ter­lich.

 B.K., Sand­hau­sen

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“Lempi, das heißt Liebe” von Minna Rytisalo

Die Geschich­te einer gro­ßen tra­gi­schen Lie­be im fin­ni­schen Nor­den – hin­rei­ßend erzählt

Der jun­ge Bau­ern­sohn Vil­ja­mi hat sich in Lem­pi, die Toch­ter des Laden­be­sit­zers aus der klei­nen Stadt Rova­nie­mi in Lapp­land, ver­liebt. Hals über Kopf hei­ra­ten sie, und Lem­pi, der das Land­le­ben fremd ist, zieht zu Vil­ja­mi auf den Hof. Um sie zu ent­las­ten, stellt ihr Mann die Magd Elli ein, die ins­ge­heim selbst gern an sei­ner Sei­te wäre. Nach einem ein­zi­gen glück­li­chen Som­mer wird Vil­ja­mi 1943 zum Kriegs-dienst ein­ge­zo­gen. Als er zurück­kehrt, ist die Stadt zer­stört und Lem­pi ver­schwun­den. Dass sie wie ihre Zwil­lings­schwes­ter mit einem Offi­zier nach Deutsch­land gegan­gen sei, kann er sich nicht vor­stel­len.

Viel­schich­tig, emo­tio­nal und mit­rei­ßend erzählt Min­na Ryti­sa­lo in ihrem Debüt­ro­man von der Lie­be.

Lem­pi kommt in die­sem Buch gar nicht selbst zu Wort. Statt­des­sen sehen wir sie durch die Augen von drei Per­so­nen: ihrem Mann, der Magd und ihrer Zwil­lings­schwes­ter. Jede hat ihr eige­nes Bild, jede schreibt über die Lie­be – oder deren dunk­le Sei­te, den Hass. Es lohnt sich, den Text sorg­fäl­tig zu lesen: ein­zel­ne Sät­ze geben ent­schei­den­de Infor­ma­tio­nen. Hilf­reich auch der Hin­weis der Über­set­ze­rin am Ende des Buches.

 B.K., Sand­hau­sen

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“Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster” von Susann Pásztor

Wie begeg­net man einer Frau, die höchs­tens noch ein hal­bes Jahr zu leben hat? Fred glaubt es zu wis­sen. Er ist allein­er­zie­hen­der Vater und hat sich zum ehren­amt­li­chen Ster­be­be­glei­ter aus­bil­den las­sen, um sei­nem Leben mehr Sinn zu geben. Aber Kar­la, stark, sprö­de und eigen­sin­nig, arran­giert sich schon selbst mit ihrem bevor­ste­hen­den Tod und möch­te nur etwas mensch­li­che Nähe – zu ihren Bedin­gun­gen.

Als Freds Ver­such, sie mit ihrer Ver­gan­gen­heit zu ver­söh­nen, gran­di­os schei­tert, ist es nur noch Phil, sein 13-jäh­ri­ger Sohn, der Kar­la besu­chen darf, um ihre Kon­zert­fo­tos zu archi­vie­ren. Dann trifft Haus­meis­ter Klaff­ki in einer kri­ti­schen Situa­ti­on die rich­ti­ge Ent­schei­dung – und ver­hilft Fred zu einer zwei­ten Chan­ce.

Susann Pász­tor erzählt in ihrem drit­ten Roman eine berüh­ren­de Geschich­te über die erstaun­li­che Ent­wick­lung einer Vater-Sohn-Bezie­hung – unpa­the­tisch und humor­voll, ein­fühl­sam und mit siche­rem Gespür für mensch­li­che Gefühls­la­gen.

Eine berüh­ren­de Geschich­te über Selbst­be­stimmt­heit, Mensch­lich­keit und Respekt, Nähe und Distanz am Lebens­en­de. Eigent­lich mehr ein Buch über das Leben als über das Ster­ben. Kei­nes­wegs rühr­se­lig, bis­wei­len lie­be­voll humo­rig, in kla­rer Spra­che lei­se erzählt. Unein­ge­schränk­te Lese­emp­feh­lung.

 B.K., Sand­hau­sen

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“Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone” von Mark Haddon

Chris­to­pher Boo­ne ist fünf­zehn Jah­re, drei Mona­te und zwei Tage alt. Er kennt alle Län­der und deren Haupt­städ­te sowie sämt­li­che Prim­zah­len bis 7507. Er liebt die Far­be Rot, hasst hin­ge­gen Gelb und Braun. Unord­nung, Über­ra­schun­gen und frem­de Men­schen ver­set­zen ihn in Panik, denn Chris­to­pher lei­det an einer leich­ten Form von Autis­mus. Als aber der Pudel in Nach­bars Gar­ten mit einer Mist­ga­bel umge­bracht wird, beginnt Chris­to­pher, aus sei­ner fest gefüg­ten, klei­nen Welt aus­zu­bre­chen: Mutig stellt er den schänd­li­chen Ver­bre­cher und erfährt außer­dem, was es heißt, in der Welt der Erwach­se­nen zu leben …

Wenn das Den­ken ein unge­wöhn­li­che Rich­tung nimmt , kann der All­tag ganz schön kom­pli­ziert wer­den. Mit viel Lie­be und fei­nem Humor erle­ben wir, wie Chris­to­pher sei­ne Welt wahr­nimmt und wie er bei der Bewäl­ti­gung von Pro­ble­men an sich wächst. Ein Buch, das jeder gele­sen haben soll­te.

 B.K., Sand­hau­sen

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“Strafe” von Ferdinand von Schirach

Was ist Wahr­heit? Was ist Wirk­lich­keit? Wie wur­den wir, wer wir sind?

Fer­di­nand von Schi­rach beschreibt in sei­nem neu­en Buch “Stra­fe” zwölf Schick­sa­le. Wie schon in den bei­den Bän­den “Ver­bre­chen” und “Schuld” zeigt er, wie schwer es ist, einem Men­schen gerecht zu wer­den und wie vor­ei­lig unse­re Begrif­fe von “gut” und “böse” oft sind.

Fer­di­nand von Schi­rach ver­ur­teilt nie. In ruhi­ger, distan­zier­ter Gelas­sen­heit und zugleich vol­ler Empa­thie erzählt er von Ein­sam­keit und Fremd­heit, von dem Stre­ben nach Glück und dem Schei­tern. Sei­ne Geschich­ten sind Erzäh­lun­gen über uns selbst.

Von Schi­rach ist ein Meis­ter der Spra­che. Prä­zi­se und mini­ma­lis­tisch zieht er den Leser in eine (Rechts)Geschichte. Mit dem letz­ten Satz ver­hilft er dem Leser oft­mals zu einer neu­en Ein­sicht. Geni­al.

 B.K., Sand­hau­sen

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