Jahresbericht 2025 der Gemeindebibliothek Sandhausen
Läuft, kann man nicht meckern
Spendenübergabe: einfach lesen
Projekt Leseförderung durch Lesepaten
Der Freundeskreis der Gemeindebibliothek hat im November 2025 ein neues Projekt initiiert, mit dem Ziel, Schülern mit Leseschwierigkeiten das Lesen generell näherzubringen. Das Projekt ruht auf zwei Säulen: Spezielle Bücher für die Zielgruppen in einfacher Sprache und die individuelle Betreuung der Schüler durch Lesepaten. Wir begannen, mit den Schulleitungen der Pestalozzischule und der Werkrealschule Gespräche zu führen. Dann gab es einen Aufruf im Freundeskreis, und zehn Mitglieder waren bereit, sich als Lesepaten zu engagieren. Mitte März konnten wir unser Projekt starten. Der Einsatz der Lesepaten ist für beide Schulen unterschiedlich. Die Pestalozzischule bekommt bei ihrem monatlichen Klassenbesuch in der Bibliothek von den Paten Unterstützung, indem sie jeweils einzelnen Schülern vorlesen, sodass die Lehrkräfte Zeit haben, sich individuell um andere Schüler zu kümmern. Die Werkrealschule hat für verschiedene Klassen eine wöchentliche Lesestunde im regulären Unterricht eingerichtet. Die Lesepaten kommen an die Schule und unterstützen die Lesestunde je nach Situation als 1:1 Betreuung eines einzelnen Schülers oder als Kleingruppe. Die Rückmeldungen zu den Aktivitäten sind sowohl von den Schulen als auch von den Lesepaten positiv. Wir freuen uns, die Betreuung nach den Osterferien fortzuführen. Die Eröffnung eines Regals mit Büchern in einfacher Sprache, der zweiten Säule unseres Projekts, ist für Ende April vorgesehen. Darüber werden wir zu gegebener Zeit gesondert berichten.
Christine Sievi
“Zwei Rivalen, ein Traum” von Lisa Graf
Ein Junge, der dem Schicksal trotzt. Eine Erfindung, die die Schokoladenherstellung revolutioniert.
Bern 1863: Kurz bevor die Räder einer vorbeifahrenden Kutsche den kleinen Tagträumer Rudolphe Lindt auf dem Marktplatz erfassen, wird er von einem bildhübschen Blumenmädchen gerettet. Von diesem Augenblick an ist klar: Der junge Lindt hat überlebt, um Großes zu vollbringen! Doch nicht etwa so, wie es sich seine Familie wünscht. Der Sohn eines Apothekers wird zum Schulabbrecher und stürzt sich in das Abenteuer. In Bern eröffnet er schließlich eine Schokoladenfabrik und schafft etwas Einzigartiges, das ihm einen Platz in den Geschichtsbüchern sichert: Der Junge, der einst eine herbe Enttäuschung für seine Familie war, revolutioniert die Schokoladenherstellung. Während Rudolphe Lindt das Conchieren erfindet, richten sich die Blicke der Welt auf ihn. Vor allem Chocolatier Sprüngli kann nicht glauben, was er vollbracht hat …
Entgegen dem ersten Teil steht diesmal die Familie Lindt im Vordergrund. Wer sich dafür interessiert, warum Schokolade conchiert wird, bekommt darauf eine Antwort. Das Buch ist flüssig geschrieben und gut zu lesen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.
C. F., Sandhausen
“25 letzte Sommer” von Stephan Schäfer
Am Küchentisch eines alten Bauernhauses treffen zwei Menschen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Erzähler dieser Geschichte führt ein gehetztes Leben, das er als endlose To-do-Liste empfindet; Karl hingegen sortiert Tag für Tag Kartoffeln — und denkt nach. Als Karl seinen Gast mit der Tatsache konfrontiert, dass ihm noch ungefähr 25 Sommer bleiben, beginnen beide ein Gespräch über die großen Fragen des Lebens: Warum verbringen wir so viel Zeit mit unserer Arbeit anstatt mit den Menschen und Dingen, die uns wirklich wichtig sind? Woher nehmen wir den Mut, unsere eigenen Träume zu verwirklichen? Und warum beginnt das richtige Leben oft erst, wenn wir erkennen, dass wir nur eines haben?
25 letzte Sommer ist eine warme, tiefe Erzählung, die uns in unserer Sehnsucht nach einem Leben in Gleichgewicht abholt, uns mitnimmt zu Karl und seinem Hof, zum See und auf den Kartoffelacker – zu einer Geschichte über Freundschaft, über das Zu-viel und Zu-wenig im Leben. Und über die Fragen, auf die wir alle so gerne Antworten finden wollen.
Das Leben pausieren und mal eben neu ausloten – das gelingt mit Stephan Schäfers Roman. Er erzählt die Geschichte zweier Fremder, die zu Freunden werden. Damit spricht er nicht nur sich selbst, sondern auch mir aus der Seele.
Armin B., Sandhausen
“Jenseits der Mur” von Gudrun Wieser
Ein feinsinniger und detailreich recherchierter historischer Kriminalroman aus der Kaiserzeit
Steiermark, 1882: In einem gestrengen Mädchenpensionat in der Nähe von Graz ereignen sich mysteriöse Todesfälle unter den Schülerinnen. Alle Opfer tragen eine rosafarbene Schleife an ihrer Kleidung. Als der jungen Lehrerin Ida Fichte noch weitere merkwürdige Details auffallen, beginnt sie gemeinsam mit dem feschen Gendarmen Wilhelm Koweindl zu ermitteln. Doch bald schon werden die beiden in ein abgründiges Spiel hineingezogen, in dem nichts ist, wie es scheint.
Ein historischer Krimi, dessen Handlung nicht nur in früheren Zeiten spielt, sondern sich auch der dazu passenden Sprache bedient. Zu Anfang etwas ungewöhnlich, dann aber spannend und humorvoll geschrieben.
Armin B., Sandhausen








