“Der Report der Magd” von Margaret Atwood

In der Republik Gilead lässt man Desfred keine Wahl: sie muss gebären. Sonst wird sie, wie alle Abweichler, entweder an der »Mauer» gehenkt oder in einen langsamen Strahlentod geschickt. Aber kein noch so totalitärer Staat kann das Begehren auslöschen – weder das von Desfred noch das der beiden Männer, die ihre Zukunft in der Hand haben… Brillant erdacht und geschrieben: Margaret Atwoods messerscharfer Blick und ihr beißender Witz machen diese beängstigende Beschwörung eines Amerikas des 21. Jahrhunderts zu einem beunruhigenden und vielschichtigen Meisterwerk, das längst zum Kultbuch avanciert ist..

Ein guter Film, eine neue, spannende TV-Serie, aber vor allem ein packendes, hellsichti­ges Buch. Eine Dystopie (kann etwas anderes dabei herauskommen, wenn man sich vor­stellt, dass religiöse Fanatiker einen Staat übernehmen?), in der die Welt sich in einer Krise der Unfruchtbarkeit befindet. Es werden im allgemeinen kaum noch Kinder gebo­ren, so dass die wenigen noch zeugungsfähigen Frauen in ein System der „sinnvollen Verfügbarmachung“ überführt werden. Dass religiöser Fanatismus nur selten ohne Bi­gotterie und Hybris vorkommt, bildet dann den Hintergrund, vor dem das Schicksal von June geschildert wird. June will aus dem US-Reststaat nach Kanada fliehen (und wir hoffen alle, dass das so häufige Motiv Kanadas als letzte Rückzugsstätte aus den gefal­lenen USA, nicht irgendwann Wirklichkeit wird), wird gefasst und muss nun als gebär­fähige Magd den zeugungsunfähigen Oberschichten zu Diensten sein.

Oliver S., Sandhausen

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