“Nur wenn Du allein kommst” von Souad Mekhennet

Was passiert hinter den Fronten des Jihad? Wie ticken Warlords und jugendliche Attentäter? Spannend wie in einem Krimi berichtet Souad Mekhennet von ihren teils lebensgefährlichen Recherchen in den No-go-Areas des Terrors, allein, ohne Handy, bekleidet mit einer schwarzen Abaya. Die Journalistin Souad Mekhennet verfügt über ungewöhnliche Verbindungen zu den Most Wanted des Jihad – und über ein einzigartiges investigatives Talent. Sie deckte die Entführung und Folterung des Deutsch-Libanesen Khaled al-Masri durch die CIA auf, interviewte den Führer von al-Qaida im Maghreb, obwohl ihr die Geheimdienste auf den Fersen waren, lernte ein ägyptisches Foltergefängnis unfreiwillig von innen kennen, enttarnte den berüchtigten IS-Henker “Jihadi John” und wusste nach den Pariser Anschlägen schon vor der Polizei, wer der in Saint Denis erschossene Attentäter war. Ihre meisterhaften Nahaufnahmen lassen uns die Kämpfe und Wünsche der islamischen Welt besser verstehen und führen uns heilsam vor Augen, dass sich der Clash zwischen Islam und Westen in Wirklichkeit nur in den Köpfen abspielt.

Ein sehr interessantes Buch, dass mit vielen Mythen des „Islamismus“ aufräumt. An einzelnen, konkreten Vorkommnissen wird das Versagen westlicher Politik aufgezeigt. Sie beschreibt aber auch den inner-islamischen Konflikt zwischen Schiieten und Sunniten, der erklärt warum die meisten Opfer des Terrors Muslime sind. Die Ursache der Radikalisierung ist die Ausgrenzung von Menschen und ganzen Bevölkerungs­schichten.

Trotz der zum Teil sehr komplexen Zusammenhänge ist dieses Buch locker und leicht zu lesen. Sehr empfehlenswert.

Armin B., Sandhausen

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