“Unorthodox” von Deborah Feldman

Debo­rah Feld­man beschreibt in ihrer Lebensgeschich­te wie sie ihre Kind­heit, Jugend und jun­ge Erwachsenen­zeit in einer ultra­or­tho­do­xen jüdi­schen Ge­meinde in New York erlebt hat. Es ist kaum zu glau­ben, wie in den 1990-er Jah­ren in einer Stadt wie New York Mäd­chen und Frau­en durch gemein­schaft­lich durch­ge­setz­te Regeln im Namen des Glau­bens aus der Gegen­wart fern­ge­hal­ten wer­den und jeg­li­ches Ansin­nen auf Selbst­be­stimmt­heit unter­drückt wird. Wir erfah­ren in vie­len Ein­zel­hei­ten wie Debo­rah Feld­man in kleins­ten Ver­stö­ßen die har­ten Ver­bo­te der Gemein­de heim­lich umgeht, ihre Neu­gier auf uner­laubte Bücher bei­be­hält und sich in ei­nem langwieri­gen Pro­zess erst geis­tig und dann auch tatsäch­lich von der Gemein­schaft lösen kann.

„Unor­tho­dox“ ist flüs­sig geschrie­ben und leicht les­bar, auch wenn es einem bei den beschrie­be­nen Über­grif­fen und dem kon­se­quen­ten Befol­gen von für uns kaum nach­voll­zieh­ba­ren Regeln das Herz zusam­men­zieht. In Andeu­tun­gen wird die zar­te Zunei­gung zur Groß­mutter deut­lich, doch auch sie hat sich dem streng regle­men­tier­ten Leben gebeugt. Mir ist auf­ge­fal­len, das Debo­rah Feld­mann nicht wer­tet son­dern aus dem All­tag her­aus ihren Befrei­ungs­pro­zess beschreibt. Mit ihrem Buch öff­net sie uns ein Fens­ter in eine Welt, die wir in der heu­ti­gen Zeit kaum ver­mu­tet hätten.

B.K., Sand­hau­sen

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